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Der Schmuck der norwegischen Königin?
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Der Goldschmuck von Hiddensee (Hiddenseeschmuck, Goldschatz von Hiddensee) ist ein Teil eines noch umfassenderen WikingerSchmucks - von Grösse, Ausstattung und Material her sicherlich ein königlicher Schmuck. Der Umfang des Halsreifens lässt auf ein Kind oder eine Frau schliessen, z.B. die Ehefrau eines Wikingerfürsten oder gar -königs.

Eines der grossen Kreuzes des sog. hiddenseeschmucks

Nun ist nicht zu vermuten, dass eine so hochgestellte Frau eine Vergnügungsreise nach Hiddensee unternommen hat, wo sie den Schmuck dann im Sand verloren hat.

Auch als vergrabener Piratenschatz ist ein solcher Schmuck schwer vorstellbar und schon gar nicht als Handelsware z.B. zwischen Haithabu und Wolin/ Wollin/ Jumne/ Jumneta (Vineta?)

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Gut vorstellbar wäre aber ein Transfer des Schmuckes als Lösegeld oder als freiwillige Gabe, z.B. als Mitgift bei einer fürstlichen Heirat. Genau so eine Konstellation scheint es damals gegeben zu haben!

Ausserordentlich grosszügige Geschenke zwischen den Herrschenden kennen wir ja bis in die jüngste Vergangenheit - denken wir doch nur mal an das Bernsteinzimmer (im Jahre 1716 ein Geschenk des preussischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter der Grosse) oder an den Cullinan-Diamanten, den grössten Diamanten der Welt, den die Regierung der damaligen britischen Kolonie Transvaal dem König Edward dem VII von England 1907 zum Geburtstag schenkte.

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Der Hiddenseeschmuck - Teil des norwegischen Königsschmucks?

Am Ende des vorletzten Jahrtausends, also zu der Zeit, als der Goldschmuck von Hiddensee gefertigt worden ist (ca. im Jahre 970), war Olaf I. Tryggvason König von Norwegen. (Er war der erste christliche König Norwegens. Seine Herrschaft endete am 9. September 1000 durch seine Niederlage in der Seeschlacht von Svoldr > mehr zu dieser Seeschlacht )

Die Quellenlage lässt im Zusammenhang mit Olaf die Spekulation (!) zu, dass es sich bei dem auf oder bei Hiddensee gefundenen Schmuck um die Mitgift (bzw. einen Teil davon) von Tyra Haraldsdatter handeln könnte: Sie war die Tochter von Harald Blauzahn und die erste Ehefrau des Slawenkönigs Boleslaw Chrobry (zunächst Herzog und ab 1000 erster König von Polen). Und zur Zeit der Seeschlacht war sie die Königin von Norwegen, denn ihr Ehemann war zu dem Zeitpunkt eben jener Olaf Tryggvason, der König von Norwegen und Verlierer der Seeschlacht von Svoldr.

Es gibt Quellen, nach denen der norwegische König nach Pommern gefahren war, um mit Boleslaw Chrobry über die Herausgabe der Mitgift von Tyra zu verhandeln.

Jene war nämlich wohl nur sehr kurze Zeit mit Boleslaw verheiratet gewesen: Nach nur einer Woche soll sie abgehauen sein. Evtl. ertrug die Wikingerfrau den christlichen Firlefanz am Hofe nicht, denn Boleslaw war ein eifriger Vorreiter und Verbreiter des Christentums in Polen. (Wie wir heute noch erkennen können, war er sehr erfolgreich . . .)

Tyras Bindung an Boleslaw wird sowieso nicht sehr innig gewesen sein, denn die ganze Heirat war wohl nur aus diplomatischen Gründen erfolgt (auch das kennen wir ja aus der heutigen Zeit).

Was auch immer der Grund für ihre Flucht gewesen sein mag: sie scheint ihre Mitgift nicht mitgenommen zu haben. Wir wissen nicht, woraus diese Mitgift bestand, aber ein königlicher Schmuck wäre durchaus vorstellbar.

In Norwegen angekommen, hat sie dann Olav Tryggvason geheiratet. Ein Jahr später versprach Olav, zu Boleslav nach Pommern zu fahren, um die Herausgabe des Eigentums Tyras zu verlangen.

Die Fahrt des Norwegers nach Pommern gilt als historisch gesichert. Nicht belegt ist, ob es ein Ziel von Olaf war, den Schmuck wieder zurück nach Norwegen zu holen. Das ist möglich, aber nicht sicher.

Wer aber, wenn nicht Olaf Tryggvason, wäre besser geeignet gewesen, den Königsschmuck zurück nach Norwegen zu holen? Olaf und Boleslaw waren nicht nur verwandt (das waren sie ja eigentlich alle miteinander, die sich da so eifrig die Köpfe eingeschlagen haben), sondern beide waren als geradezu fanatische Verfechter des Christentums freundschaftlich miteinander verbunden. Der Norwegerkönig war also geradezu dazu prädestiniert, den wertvollen Schmuck mit seiner hohen symbolischen Bedeutung auf dem Verhandlungswege wieder nach Norwegen zu holen. Und er hatte ja auch ein persönliches Interesse und eine persönliche Rechtfertigung gegenüber dem Slawen: Die "Ex" des Slawen war jetzt immerhin Olafs Gemahlin.

Auf der Rückfahrt von dieser Reise ist Olaf Tryggvason bei Svoldr von seinen Feinden (dem dänischen König Sven Gabelbart (Svend Tveskæg, nebenbei angemerkt übrigens der Bruder von Tyra Haraldsdatter und dadurch ein Schwager von Olaf Tryggvason), dem schwedischen König Olof Skötkonung und dem norwegischen Jarl Erik Hakonsson) angegriffen und besiegt worden.

Die Geschichtsschreibung hat den Ort Svoldr (auch Svolder und Svolderoie) bisher nicht identifizieren können (s. dazu unsere Ausführungen über die Seeschlacht von Svoldr). Falls (!) aber die Seeschlacht von Svoldr vor der Südspitze Hiddensses stattgefunden haben sollte, könnte es durchaus sein, dass überlebende Gefolgsleute von Olaf den Schmuck dort vergraben haben, um ihn nicht in die Hände des Gegners fallen zu lassen.

Immerhin war der Schmuck nicht in erster Linie materiell wertvoll, sondern es wäre für den Jarl Erik Hakonsson sicherlich ein aussergewöhnicher Triumph gewesen, den Königsschmuck in seine Hand zu bringen und ihn vielleicht der Königin zu überbringen. Natürlich wurde Erik Hakonsson auch ohne den Schmuck der neue Herrscher Norwegens (1000 bis 1012) und natürlich unter der Oberherrschaft von Sven Gabelbart . . .

Diese Deutung ist zugegebenerweise recht spekulativ (wenn auch nicht spekulativer, als alle anderen Theorien), hat aber den unbedingten Vorteil, verschiedene Erzählungen und Überlieferungen schlüssig unter einen Hut zu bringen.


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