|
Über
den norwegischen König Olav (Olaf) Tryggvason (geb.
963, nach anderen - weniger realistischen - Quellen 968 oder 969;
gestorben am 9. September 1000), sicherlich eine der interessantesten
Wikinger-Persönlichkeiten zum Ende des vorletzten Jahrtausends,
ist die Quellenlage ausserordentlich dürftig. Das ist insofern
merkwürdig, als er die Christianisierung Norwegens und eigentlich
ganz Nordeuropas betrieb und dabei wohl auch nicht zimperlich
gewesen sein soll. Es handelte sich zweifellos um eine brutale
Zwangschristianisierung nach dem Motto: Taufen oder Tod.
Fest steht
immerhin, dass Olav (Olaf) ausserordentlich weit gereist war.
In seinem kurzen Leben (er wurde nicht einmal 40, vielleicht sogar
nur 31 Jahre alt) taucht dieser umtriebige norwegische König
in England auf und in Island, er war wahrscheinlich in Nordfrankreich
und auf mehreren Inseln zwischen Britannien und Island. Er hatte
verwandtschaftliche Beziehungen zu den Slawen in der Odermündung
(Wolin, Jomsburg, Vineta?)
Olav (Olaf)
Tryggvason war wohl ein Hitzkopf, der sich diplomatisch nicht
immer geschickt verhalten hat.
Sein missionarischer
Eifer bei der Christianisierung Nordeuropas war gepaart mit seinem
Hegemoniestreben als weltlicher Herrscher. Durch Heirat (er hatte
immerhin 4 Frauen) und durch das Schwert versuchte er, den Machtbereich
seines christlichen Königreichs bis in die südliche
Ostsee auszudehnen.
Dort aber
hatte der Dänenkönig Sven Gabelbart (Svend Tveskæg,
Sohn von Harald Blauzahn und Schwager von Olav) - ein bekennender
Wikinger und somit natürlicher Gegner
des mittlerweile christlichen Norwegers - das gleiche Ziel, allerdings
unter nicht-christlichen Vorzeichen. (Vor dem Übertritt von
König Olav waren die beiden im Jahre 994 übrigens Kriegspartner
gegen die Engländer gewesen.)
Die unterschiedliche
Weltanschauung, die sich widersprechenden, weil gleichgerichteten
weltlichen Machtansprüche und die persönlichen Aversionen
zwischen Olav Tryggvason und Sven Gabelbart mit seinen Verbündeten
(es ging z.T. um Rache für durch den Norweger gedemütigte
und getötete Fürsten) waren eine explosive Mischung,
die letztlich zur Seeschlacht
bei Svoldr (Svolder) führte (s.dazu auch svolder.de)
|