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Die Seeschlacht von Svoldr
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Die Seeschlacht bei Svoldr (Svolder) gilt als die grösste der damaligen Zeit im Ostseeraum. Trotzdem wissen wir heute nicht mal sicher, wo Svolder (auch Svoldroie) eigentlich lag.

Wo fand die Seeschlacht von Svoldr statt?

Der i.d.R. als zuverlässig gerühmte Adam von Bremen (* wohl vor 1050; † 1081 oder 1085) wähnte Svoldr im Öresund; nach den ebenfalls recht zuverlässigen isländischen Quellen fand diese Seeschlacht eher vor der südlichen Ostseeküste statt.
Möglicherweise berichten beide ja auch von verschiedenen Gefechten.

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Greifswalder Bodden?

Der in Frage kommende Abschnitt der pommerschen Küste läge zwischen Wolin und der Ausfahrt in die freie Ostsee, die bei Hiddensee gelegen haben dürfte. Denn da die Landverbindung zwischen Rügen (Mönchgut) und Usedom damals noch existierte (sie wurde erst in der Allerheiligen-Sturmflut von 1304 - vielleicht auch erst durch die Flut 1320 - zerstört; die kleine Insel Ruden ist ein verbliebener Rest dieser Landverbindung.), dürfte der übliche Seeweg von Wollin (Vineta?) zwischen Usedom und dem Festland entlang in den Greifswalder Bodden und weiter durch den Strelasund und den heutigen Kubitzer Bodden in die Ostsee geführt haben.

Als ein möglicher Ort der Seeschlacht gilt der Greifswalder Bodden; Svoldr könnte dann z.B. die Insel Vilm sein. Bei diesem so angenommenen Reiseverlauf wäre aber ein plötzlicher Überfall aus dem Sichtschutz der Insel Vilm heraus kaum denkbar, da die Angreifer 10 oder mehr Kilometer über das freie Wasser bis zur Flotte von Olaf Tryggvason hätten rudern müssen. Ein Überraschungsangriff? Wohl kaum!
Diese Theorie würde dann übrigens bestenfalls auf den Peenemünder Goldschatz hindeuten.

Kubitzer Bodden?

Das grosse Kreuz vom Goldschatz von Hiddensee (Hiddenseeschmuck)

Der Goldschatz von Hiddensee kann allerdings in dem Falle mit dem Norwegerkönig in Verbindung gebracht werden, dass man die Seeschlacht von Svoldr mit der Gegend des Kubitzer Bodden (Insel Ummanz) in Verbindung bringt: Militärtaktisch gesehen wäre dieses Seegebiet wohl am besten für einen Überfall auf die von Pommern Richtung Norwegen segelnde Flotte geeignet gewesen. Der Standort widerspricht auch nicht den isländischen Quellen.

Für die Streitmacht um den Dänenkönig wäre der Greifswalder Bodden Feindesland gewesen und eine Gegend, die sie wohl kaum gut kannten (es gibt und gab hier aufgrund der Untiefen sehr schwierige Segelverhältnisse). Ausserdem hätte der Greifswalder Bodden mit über 25 km Durchmesser dem bedrängten Norwegerkönig allzu leicht die Möglichkeit geboten, sich Richtung Jomsburg zu seiner Verwandtschaft zurückzuziehen.

Das sieht im Seegebiet zwischen Rügen, Ummanz und dem Festland schon ganz anders aus: Eine echte Falle - und zwar nur für die seewärts gehenden Schiffe des Norwegers. Die Ausfahrt zwischen dem heutigen "Bock" und dem "Gellen" (die Südspitze von Hiddensee) ist ausserordentlich schmal und sehr leicht abzuriegeln. Seegehende Schiffe könnten hier nicht ausweichen, sondern wären gezwungen, sich dem Kampf zu stellen oder eine unsichere und weite Flucht zurück durch den Strelasund anzutreten.

Die Angreifer aber lägen bei der Ausfahrt in die freie Ostsee - jederzeit in der Lage, Fersengeld zu geben und damit eigentlich völlig risikolos.

Archäologische Untersuchungen:

Dem Autor ist nicht bekannt, ob es in jüngerer Zeit (d.h.nach 1990) diesbezügliche (!) unterwasserarchäologische Untersuchungen im Greifswalder oder im Kubitzer Bodden gegeben hat. Beide Bodden sind zwar nicht gerade klein, aber doch überschaubare Seegebiete und von den zerstörten Schiffen, ihren Mannschaften, den Waffen und den geladenen Gütern - es müssen etliche Schiffe untergegangen sein - müssten eigentlich noch Reste aufzufinden sein. Aber wer nicht sucht, kann auch nicht finden . . .

Der Ausgang der Seeschlacht:

Zum tragischen Ende des Norwegerkönigs Olaf I. Tryggvason kann zusammenfassend festgestellt werden:

Der norwegische König war auf der Rückfahrt von Pommern, wo er aus irgendwelchen Gründen (es ist nicht klar, ob wegen diplomatischer Verhandlungen oder aus familiären Gründen im Zusammenhang mit seiner ersten Frau Geira, der Tochter des wendischen Herzogs Boleslav) gewesen war. Möglicherweise ging es um die Rückführung des norwegischen Königsschmuckes der sich vielleicht (!) noch in den Händen Boleslaw befand. (s. zu dieser Theorie hier mehr)

Er wurde von den verbündeten skandinavischen Herrschern unter Führung von Sven Gabelbart mit großer Übermacht bei Svoldr zum Entscheidungskampf gezwungen. In dieser Schlacht soll er sich durch einen selbstmörderischen Sprung über Bord der Gefangennahme entzogen haben. Die herrschende Geschichtsschreibung geht davon aus, dass er durch diesen "Königssprung" seinem Leben ein Ende setzte.

Der Sprung ins Wasser um Selbstmord zu begehen? Das scheint uns keine Lösung zu sein, die dem Kämpferherz eines Wikingerkönigs entspringt. Die Hoffnung auf eine glückliche Flucht könnte da schon eher ein Motiv sein. Und tatsächlich gibt es Berichte, in denen behauptet wird, dass der Norwegerkönig doch nach Jomsburg entkommen konnte, evtl. unerkannt und auf dem Landwege.

Sein Schiff, die „Omrinn Lange“, ist übrigens nicht untergegangen, sondern fiel als Kriegsbeute in die Hände der überlegenen Feinde. Das ausserordentlich grosse Schiff - es könnte über 50 m lang gewesen sein! - diente angeblich als Muster für die Königschiffe der nächsten 250 Jahre.


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