Bis
zur "Wende" war Kap Arkona der nördlichste Punkt
der DDR und unverzichtbarer Bestandteil jedes Rügenurlaubs.
Diesen Reiz hat es zwar verloren - der nördlichste Punkt
liegt jetzt in Schleswig-Holstein - aber der Blick vom Kap über
die Ostsee ist natürlich immer noch einen Ausflug wert.
Drei
Türme bestimmen schon von weitem das Landschaftsbild: Ein
Peilturm, der neue Leuchtturm aus dem Jahre 1901mit 35 m Höhe
und der wesentlich niedrigere alte Leuchtturm, eben der
Leuchtturm, im Jahre 1827 (andere Quellen sprechen von 1826) nach
Plänen (oder vielleicht auch nur auf Betreiben oder Rat)
des berühmten Baumeisters Schinkel errichtet. Sie
können diesen Turm besichtigen und sich erklären lassen.
Wenige
Meter entfernt befindet sich die Jaromarsburg - schon die
Slawen wussten vor etwa 1000 Jahren die hervorragende strategische
Lage des nördlichsten Zipfels von Rügen zu schätzen.
Sie können im Gelände spazierengehen (auch dies natürlich
mit Eintrittsgeld), allerdings gibt es nicht so wirklich viel
zu sehen.
Interessant
allerdings ist (für diejenigen Besucher, die sich für
"so'ne alten Sachen" interessieren) der geschichtliche
Hintergrund und die Verbindungen, also alles in allem die Rolle,
die dieses alte Heiligtum in der Geschichte der Slawen in Mecklenburg-Vorpommern
spielte:
Bis
zur Eroberung der Tempelburg durch die Dänen (1168 oder 1169),
verehrten die heidnischen Slawen in der Burg von Kap Arkona ihren
Götzen Svantevit. Der Gott, von dem ein riesiges Standbild
im Tempel von Arkona gestanden haben soll, hatte 4 Gesichter,
die in alle Himmelrichtungen sehen konnten.
Die
Jaromarsburg war wohl die letzte Festung der Slawen nach dem Fall
von Rethra (vielleicht in der Müritz-Region gelegen),
das bis dahin überregionale Bedeutung gehabt zu haben scheint.
Nicht
weit von der Jaromarsburg entfernt gibt es ausserdem eine nicht
ganz erforschte grosse Steinsetzung (beim Gasthaus Nobbin).
Ferner
sollten Sie Ihren Ausflug nach Kap Arkona unbedingt verbinden
mit einem Besuch des malerischen Fischerdorfs
Vitt.